Haus & Geschichte

Über tausend Jahre Sternberg

um 1000
um 1000

Erste Erwähnung

Der Name „Sternberg“ taucht im Urbar des Stiftes Kremsmünster auf. Der Hof liegt sonnig über dem Tal, mit Ställen, Heuböden und kleinteiliger Landwirtschaft.

Viele Jahrhunderte
Viele Jahrhunderte

Landwirtschaft & Alltagskultur

Der Sternberg ist ein typischer Bauernhof der Region: Hier wird gelebt, gefeiert und es werden viele Bäume gepflanzt. Die Bausubstanz wächst organisch: Anbauten werden ergänzt, Ställe erweitert, Wiesen und Wald gehören zum Hof.

1938–1940
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1938–1940

Verkauf an SA-Mitglied Josef Weber

In den Jahren des Nationalsozialismus wird der Hof an das SA-Mitglied Josef Weber verkauft. Er möchte sich ein repräsentatives „Herrenzimmer“ gestalten lassen und beauftragt den Maler Franz Zülow mit der Ausgestaltung. Die Geschichte des Hauses ist damit eng mit der politischen Geschichte dieser Zeit verwoben.

1942–1947
1942–1947

Franz Zülow am Sternberg

Zülow, vom Berufsverbot betroffen, ist froh über jeden Auftrag und kommt über mehrere Jahre immer wieder in den Sternberg. Er bewohnt zwei Zimmer und gestaltet sie vollständig aus. In einer Phase, in der laut kunsthistorischer Überlieferung wenig über seine Aufträge bekannt ist, wird der Sternberg zu einem wichtigen Arbeitsort. Fragen nach Auftraggeberschaft, Anpassung, Widerständigkeit und Überleben stellen sich hier ganz konkret.

2014
2014

Gründung Kulturverein Sternberg

Menschen aus der Region schließen sich zusammen, um die besondere Atmosphäre des Hofes zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der Kulturverein Sternberg wird gegründet – mit dem Ziel, die Zülow-Räume zu schützen und den Sternberg als Ort der Begegnung und Kulturarbeit zu öffnen.

2015
2015

Zülow-Räume werden öffentlich & Denkmal

Die von Zülow gestalteten Zimmer werden als öffentlicher Raum erklärt und unter Denkmalschutz gestellt. Im Rahmen der Eröffnung spricht der Kunsthistoriker R. Plaichinger über die Zinkenbacher Malerkolonie und die „Kunst des Feste-Feierns“. Gleichzeitig beginnt eine intensivere Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses, unter anderem in Zusammenarbeit mit Sozialhistoriker:innen wie Maria Prieler-Woldan.

Heute
Heute

Ein Ort der geteilten Verantwortung

Der Sternberg ist heute ein Ort, an dem historische Schichten sichtbar bleiben – und gleichzeitig weitergeschrieben werden. Der Hof verbindet ländliche Alltagserfahrung mit kritischer Geschichtsarbeit, künstlerischem Erbe und der Frage, wie wir im 21. Jahrhundert miteinander leben wollen.